Holz, Beton, Ton, Stahl

Written by Franz Weninger on the 28th of June 2019

In unseren Weingut hatte der Beton immer Tradition. Nach dem 2. Weltkrieg wurde im Burgenland üblicherweise Wein im Beton vergoren. Der lokale Maurer aus dem Dorf errichtete die Wände und verputzte sie mit Beton, So einstand ein einfacher aber wirkungsvoller Gärbehälter. Durch die Speichermasse des Betons konnte man auch etwas grössere Mengen darin vergären ohne Probleme zu bekommen. Wir hatten 3 Betonbottiche, die Maische wurde untergestoßen und nach ein paar Tagen abgepresst. Die Lagerung und Endgärung erfolgte schließlich im großen Holzfass.

Nachdem mein Vater Bordeaux bereist hatte, kam er auf die Idee, die Gärung in Holzgärständer druchzuführen. Diese Methode verwenden wir nun seit dem Jahr 1996.

Nach meiner Reise nach Georgien 2006 begann ich mich vermehrt mit Ton und Beton zu beschäftige. So produzierte ich mit einem lokalen Keramiker die ersten burgenländischen Amphoren. Im gleichen Jahr begann ich auch Betoneier und Betongärständer zu verwenden. So wurde nun 10 Jahre nach dem Holzgärständer auch der Beton wieder Teil unserer Gärung.

Ausbau

Nicht nur während der Gärung, auch im Ausbau verwende ich neben Holz Ton, Steinzeug und Beton. Hier stellte ich fest, dass speziell Weine aus durchlässigen Steinböden sehr den Ausbau in Ton oder Beton lieben. Die Weine zeigen sich kompakter und bekommen mehr Rückgrat. Die Emotionale Erklärung ist hier auch die einfachste. Wenn man diese Behälter von innen wäscht, wird man feststellen, dass sich Holz warm, Stahl kalt und Beton sicher anfühlt. So erlebt es auch der Wein und diese Emotionen schmeckt mann dann auch.
Beim Ausbau kommt hinzu, dass aufgrund des geringeren Sauerstoffseinflusses hier die Hefe schneller reduktiv wird als im Holzfass. Das muss man wissen und vorsichtig sein, speziell bei Weinen von Lehm und Tonböden und dem damit verbundenen hohen Reduktionspotential.

Holzfass

Das klassische große Holzfass mit seiner runden Form führt ebenso wie das Betonei zu einer Bewegung im Wein, je nach Jahreszeit und Temperaturänderung im Keller. Diese Bewegung hilft bei der Klärung, der Gärung und sonstigen Prozessen, die der Wein durchlebt. Des weiteren ist ein gut gepflegtes Fass sehr lange haltbar (bis zu 100 Jahre) uns somit auch eine langfristige Investition für die nächste Generation.

Das große Holzfass mit seinen starken Tauben wird in unseren Betrieb weiterhin die erste Geige spielen.

Wir haben nie versucht, den Behälter oder den Ausbau unsere Weine in den Vordergrund zu stellen. Deshalb schreiben wir die Behälter, in denen der Wein lagerte oder die Art, wie ein Wein gemacht wurde, nicht aufs Etikett.

"Guter Wein erzählt von seiner Herkunft und seiner Geschichte. Und wenn diese Geschichte Gänsehaut erzeugt, dann ist es sehr guter Wein."

Mehr zu diesen Thema findet ihr im wunderschönen Artikel von Nina Wessely im Standard.

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