ProWein? Nein Danke.

Sestri Levante

Was „halbstarke“ 16-Jährige mit der ProWein zu tun haben. Weinmessen ohne Gefühl? Wo wir doch Lebenskultur verkaufen. Hier eine Erklärung, warum wir nicht auf der ProWein waren.

Ich komm grad zurück von einer wunderschönen Weinpräsentation in Sestri Levante, und erst dort wurde mir deutlich, was ich an der ProWein nicht mag, und warum ich mich so gefreut habe, heuer nicht dabei zu sein.


Leblose Hallen, gestresste Kunden, um Aufmerksamkeit ringende Winzer. Es fühlt sich an wie auf einer Klassenfahrt, als man als halbstarker 16-Jähriger den Mädels und anderen Klassenkameraden beweisen wollte, was für ein toller Typ man nicht ist.

(nach eine langen Facebook Diskussion will ich hier klar stellen: ich fühlte mich immer wie ein 16 jähriger, also eine autobiographische Sicht.)

Eines vorweg: die ÖWM und die WKO machen schon einiges richtig, die Architektur der Österreich-Halle wirkt warm und gefühlvoll, ein Ruhepol in der Industriehalle.

Kulinarisches Niemandsland:

Liebe Düsseldorfer, bitte versteht mich nicht falsch, nichts gegen Düsseldorf, aber es ist einfach eine sehr kühle Atmosphäre bei euch. Ja, letztes Jahr habt ihr den Karneval nachgeholt während der ProWein und ja, da war eh was los, hat aber eher mit Sauf-Vernichtungskultur zu tun als mit Lebenskultur. Natürlich gibts auch in Düsseldorf Kulinarik, aber während der Messe wirkt alles sehr angespannt. Man hat ständig das Gefühl dass dir jemand ein schlechtes Produkt zum höchstmöglichen Gewinn verkaufen will (außer der eine Grieche, der ist wirklich ein Supertyp mit Superlokal). Wenns dann mal ein nettes Plätzchen gibt ist alles ausgebucht von den ja so gut vernetzten Winzern. Die auch am Abend beweisen müssen wie toll sie sind (ich schließe mich da nicht aus). Und Wein, der da ist um Menschen zu verbinden, wird hier zum Trennungsglied. Ja es spiegelt sich auch unser Wirtschaftssystem in dieser Messe, ein Koloss der aus dem letzten Loch pfeift, und dem Untergang geweiht ist. Auf zu Neuem!


 

Und wie wars bei Triple A in Sestri Levante?

Ein altes Schloss hoch oben am Berg, Blick aufs Meer und die Kulturlandschaft der Sestri Levante, Essen aus der Region, die Zutaten aus den Gärten der Winzer. Das ist Lebenskultur! Wein zu trinken und nicht nur zu analysieren. Ja man hört es, es hat mir richtig Spaß gemacht. Mit den Winzern geht man am Vorabend feiern und führt zwanglose Gespräche (wenn man italienisch oder französisch kann ;-)). Man ist einfach so wie man ist. Und man freut sich aufs nächste Mal.

Kann man doch nicht vergleichen – die größte Weinmesse der Welt mit einer kleinen Händlermesse in Italien!

sagst du. Kann man doch sag ich. Das Leben ist zu kurz um Dinge zu tun die man nicht gerne macht. Wenn Leidenschaft von Leiden kommt dann sollen das andere tun, ich will Leben und alle sollen daran teilhaben und mein Wein will dazu beitragen. Daher wirds auch 2018 „ProWein ohne mich“ heißen, darauf heb ich das Glas und schrei „viva la revolución, damit mir viele folgen und ihren Wein dort zeigen wo man in schätzt, wo er Menschen verbindet und zum Genuss animiert.

 

In alto i calici, inizia la riunione dei produttori Triple "A"!UVA!!!

Posted by Triple "A" on Sunday, March 19, 2017


Ich bin Franz Weninger Winzer und du willst mehr über mich erfahren, meld dich an:

zum Newsletter anmelden

 

0 Kommentare

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*